Luther zu Gast im Böhner Dorfgemeinschaftshaus

 

Luther zu Gast im Böhner Dorfgemeinschaftshaus

Verfolgt vom Teufel, Geistern und Dämonen seit seiner Jugend, sitzt Luther im Turmzimmer der Wartburg und übersetzt die Bibel. Es ist im Jahre 1515 und die ständige Dunkelheit und Einsamkeit seines Studierzimmers schüren seine Ängste und Verzweiflung nur noch mehr. Immer öfter verfällt er in Zwiegespräche. Für seine Zweifel, Traurigkeiten und Depressionen macht er den Teufel persönlich verantwortlich. Vergebung der Sünden durch gute Taten und dadurch Erlösung von Teufel, Hölle und Fegefeuer?! Luther, alias Pfarrer Til Follmann, reißt das Publikum stimmgewaltig in seinen Bann. Niemand wagt zu widersprechen. Nur seine zweifelnde Stimme, der Geist, lacht ihn aus, ja verhöhnt ihn:“Alles Unerklärliche ist einfach nur ein Geheimnis...ha ha ha! Einfach ein bisschen Weihrauch versprühen und alles ist wieder gut.“ Luther wird böse und herrscht den Geist an:“Lass mich in Ruhe und lass mich weiter übersetzen.“ Da macht er seine reformatorische Entdeckung! ..... das Evangelium ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben! „Ich werde ohne ständiges Bemühen, von Gott geliebt, wenn ich nur glaube.“ Luther fällt aus Ehrfurcht vor dieser Erkenntnis auf die Knie: „Wenn ich nur glaube, bin ich gerecht. Weg mit Hölle und dem Fegefeuer. Gott nimmt uns an, wenn wir nur unseren Glauben auf ihn setzen.“ Der Geist fällt ihm ins Wort und witzelt scharfzüngig über Luthers Worte: „Wenn das man so einfach wäre Lutherlein! Woran erkennt man denn das man glaubt? Und ist der Glaube auch stark genug? Das erkenne ich doch nur an den Taten und nicht an irgendwelchen eingebildeten Zusprüchen! Glaube ist Tun. Glaube ist messbar.“ Luther rauft sich das Haar und wirft verärgert seine Bücher auf den Boden und das Publikum zuckt. „Der Glaube ist das Zentrum der Heiligen Schrift und nicht die Taten. Glaube ist Hinwendung des Herzens zu Gott. Und Gott sieht in die Herzen und beurteilt sie nicht.“ Der zweifelnde Geist bleibt nicht still und reizt Luther weiterhin mit spitzer Zunge. Luther schreit ihn an und fordert ihn auf endlich das Maul zu halten.

Im Dezember 1530 sitzen im Lutherischen Pfarrhaus folgende Gäste am Tisch: Monsignore Brentano, ein Vertreter der katholischen Kirche – Philipp Melanchthon, Professor aus Wittenberg – Götz von Eichlingen, ein Anhänger Zwinglis – Simplicius, ein Bauernprediger.

Luther ist der Debatten an seinem Tisch langsam überdrüssig und geht ins Bett. Er überlässt die Gesellschaft seiner Ehefrau Käthe. Die Evangeliums-Bewegung ist in voller Fahrt und am Tisch wird über das Für und Wider diskutiert. Ein von Käthe selbstgebrautes Bier macht die Zunge locker:

Die Evangelische Bewegung (Ev. Kirche) muss sich gefallen lassen, dass in ihr in aller Freiheit auch andere Meinungen ausgesprochen und gelebt werden, bis zur Selbstauflösung (Brentano)

Die Mitte der Schrift ist Christus und nicht die Kirche (Melanchthon)

Der Taufe muss man würdig sein. Sie Bedarf der Entscheidung des Glaubenden und der Zustimmung der Gemeinde (Götz von Eichlingen)

Die ganze vorangegangene Kirchengeschichte ist eine Abfolge von Ungerechtigkeiten, Halbwahrheiten und Lügen (Simplicius)

Melanchthon, Mitstreiter und Wegbegleiter Luthers, setzt das Schlusswort: Die Kirche darf auf der Suche nach der Wahrheit und wie sie zu sein hat, niemals aufhören sich zu verändern. Und auch die Fehler die Kirche macht, sollten immer ein Antrieb sein, es besser zu machen. Kirche muss sich immer wieder reformieren.

Danach diskutieren zwei Menschen heutiger Zeit über Evangelisch sein heute bzw. über die Fernwirkungen der Reformation!

Stimmgewaltig und mit großer Schauspiellust haben die Mitglieder des Böhner Kirchenvorstandes diesen Lutherabend in ihrem Dorfgemeinschaftshaus in Szene gesetzt. Der Applaus am Ende zollte Anerkennung für diesen gelungenen Abend.

Luther in BÂhne Foto 2

mitgewirkt haben: Yvonne Neuhaus, Gabriele Peter-Berthold, Gerhard Hartwig, Anke Wiesemann, Hajo Falk Dietrich, Mechthild Heck,Elsbeth Finke, Florian Neuhaus und Pfarrer Til-Anders Follmann

Tageslosung

Tageslosung vom 21.10.2017
Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich.
Jesus sprach zu der kranken Frau: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden!

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